Ratgeber Aufzugsplanung

Der strukturierte Weg von der Idee zum abgenommenen Aufzug

Eine gute Aufzugsplanung entscheidet über Kosten, Termine und die Zufriedenheit über Jahrzehnte. Wir zeigen den vollständigen Ablauf in klar abgegrenzten Phasen.

Ratgeber Aufzugsplanung

Warum ein klarer Ablauf so wichtig ist

Ein Aufzug begleitet ein Gebäude oft 20 bis 30 Jahre und länger. Fehler, die in der Planung entstehen, lassen sich später nur mit hohem Aufwand oder gar nicht mehr korrigieren. Wer die Schachtgröße, die Nutzlast oder die Steuerung erst nach der Bestellung hinterfragt, zahlt in der Regel doppelt. Ist der Rohbau erst einmal errichtet, sind die entscheidenden Maße festgeschrieben, und selbst kleine Änderungswünsche ziehen dann große Kosten nach sich. Genau deshalb lohnt es sich, die Aufzugsplanung von Anfang an als eigenständige Fachplanung zu begreifen und nicht als Nebenprodukt der Rohbauplanung.

Eine strukturierte Aufzugsplanung folgt einem nachvollziehbaren Ablauf: von der Bedarfsanalyse über die Konzeptfindung, die Ausschreibung und Vergabe bis zur Montageüberwachung und Abnahme. Jede Phase baut auf der vorherigen auf und schafft Entscheidungssicherheit für Bauherren, Architekten, Hausverwaltungen und Betreiber. Als herstellerunabhängiges Ingenieurbüro bewerten wir dabei ausschließlich im Interesse des Auftraggebers und nicht im Interesse eines Aufzugsherstellers. Diese Neutralität ist der entscheidende Unterschied zu einer Planung, die ein Anbieter selbst erstellt, denn nur so entstehen wirklich vergleichbare Angebote und faire Wettbewerbsbedingungen.

Klare Bedarfsanalyse statt Bauchgefühl
Herstellerunabhängige Bewertung aller Optionen
Vergleichbare Angebote durch neutrale Ausschreibung
Normkonforme Planung nach DIN EN 81-20/50
Kostensicherheit über den gesamten Lebenszyklus
Begleitung bis zur mängelfreien Abnahme

Phase 1: Bedarfsanalyse und Grundlagenermittlung

Am Anfang steht die Frage, was der Aufzug eigentlich leisten soll. Wie viele Personen sind in Spitzenzeiten zu befördern, welche Förderhöhe und wie viele Haltestellen sind zu bewältigen, welche Lasten müssen transportiert werden und welche Anforderungen an Barrierefreiheit bestehen? Bei einem Wohngebäude gelten andere Maßstäbe als bei einem Bürohaus, einem Krankenhaus oder einem Parkhaus. Wer diese Fragen sauber beantwortet, legt das Fundament für eine Anlage, die zum Gebäude und zu seiner Nutzung passt.

In dieser Phase werden auch die baulichen und rechtlichen Randbedingungen erfasst. Dazu gehören die Vorgaben der jeweiligen Landesbauordnung auf Basis der Musterbauordnung, Anforderungen an Barrierefreiheit nach DIN EN 81-70 sowie eventuelle Brandschutzauflagen. Ebenso wird geprüft, wie sich der Aufzug in die vorhandene oder geplante Gebäudestruktur einfügt und welche Anschlüsse an Strom, Notruf und Gebäudeleittechnik erforderlich sind.

Das Ergebnis ist ein belastbares Anforderungsprofil, das als Grundlage für alle weiteren Entscheidungen dient. Es dokumentiert nicht nur technische Kennwerte, sondern auch die Ziele des Bauherrn hinsichtlich Komfort, Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherheit. Dieses Profil begleitet das Projekt durch alle folgenden Phasen und dient später als Maßstab, an dem sich Angebote und Ausführung messen lassen.

  • Nutzungsart und Verkehrsberechnung des Gebäudes
  • Förderhöhe, Anzahl der Haltestellen und Zugangsseiten
  • Anforderungen an Barrierefreiheit und Nutzlast
  • Bauordnungsrechtliche und brandschutztechnische Vorgaben

Phase 2: Konzept, Vorplanung und Entwurf

Auf Basis des Anforderungsprofils entstehen ein oder mehrere technische Konzepte. Hier wird entschieden, ob ein Seilaufzug oder ein hydraulischer Aufzug sinnvoll ist, ob ein Maschinenraum benötigt wird oder eine maschinenraumlose Lösung infrage kommt, und wie sich Kabine, Türen und Steuerung in das Gebäude einfügen. Bei einem Neubau lassen sich Schacht und Grube optimal auf die Anlage abstimmen, bei einer Modernisierung im Bestand gilt es, aus vorhandenen Maßen das Beste herauszuholen.

Der Entwurf hält die maßgeblichen Parameter fest: Schachtmaße, Grubentiefe, Kopfhöhe, Kabinengröße, Nutzlast, Geschwindigkeit und Türtyp. Diese Größen werden mit den Fachplanern für Statik, Elektro und gegebenenfalls Brandschutz abgestimmt. So werden Schnittstellenkonflikte frühzeitig erkannt, bevor sie auf der Baustelle teuer werden. Jede Variante wird zudem hinsichtlich Investition, Energiebedarf und laufender Wartungskosten bewertet, damit die Entscheidung nicht allein am Anschaffungspreis hängt.

Am Ende dieser Phase steht eine belastbare Entscheidungsgrundlage, die dem Bauherrn die Wahl zwischen nachvollziehbaren Varianten ermöglicht. Die Vor- und Nachteile jeder Lösung werden transparent gegenübergestellt, sodass sich die getroffene Wahl auch gegenüber Dritten begründen lässt. Erst wenn das Konzept steht, geht es an die Detaillierung für die Ausschreibung.

  • Auswahl des Antriebskonzepts und Steuerungstyps
  • Festlegung von Schacht-, Kabinen- und Türmaßen
  • Abstimmung mit Statik, Elektro und Brandschutz
  • Bewertung von Investitions- und Betriebskosten

Phase 3: Ausschreibung und Vergabe

Damit Angebote vergleichbar werden, braucht es ein neutrales, herstellerunabhängiges Leistungsverzeichnis. Es beschreibt die geforderte Leistung so präzise, dass mehrere Anbieter auf gleicher Grundlage kalkulieren können, ohne dass ein bestimmter Hersteller bevorzugt wird. Genau hier entsteht der größte wirtschaftliche Hebel: Ein sauberes Leistungsverzeichnis verhindert versteckte Nachträge und schafft echte Preistransparenz.

Nach Angebotseingang folgt der technische und kaufmännische Vergleich. Wir prüfen nicht nur den Preis, sondern auch Wartungsfreundlichkeit, Ersatzteilverfügbarkeit, Referenzen und die Qualität der angebotenen Komponenten. Gerade die späteren Wartungs- und Instandhaltungskosten werden oft unterschätzt, obwohl sie über die Lebensdauer einen erheblichen Anteil ausmachen. Ein herstelleroffenes Leistungsverzeichnis sorgt dafür, dass die Anlage später von verschiedenen Wartungsfirmen betreut werden kann.

Auf dieser Basis entsteht eine fundierte Vergabeempfehlung, die der Bauherr nachvollziehen und verantworten kann. Die Empfehlung stellt die Angebote strukturiert gegenüber und begründet, warum ein bestimmtes Angebot das wirtschaftlich günstigste im Sinne der Gesamtbetrachtung ist. So bleibt die Entscheidung transparent und ist auch bei öffentlichen Auftraggebern gut dokumentiert.

  • Neutrales, herstelleroffenes Leistungsverzeichnis
  • Vergleichbare Angebote statt Äpfel-mit-Birnen
  • Bewertung von Wartung, Ersatzteilen und Referenzen
  • Nachvollziehbare Vergabeempfehlung für den Bauherrn

Phase 4: Ausführung, Überwachung und Abnahme

Während der Montage begleitet die Objektüberwachung die Ausführung und kontrolliert, ob die vereinbarte Leistung normkonform und in der bestellten Qualität erbracht wird. Bautoleranzen, Schnittstellen zu anderen Gewerken und der Terminplan stehen dabei im Fokus. Abweichungen werden dokumentiert und rechtzeitig geklärt, bevor sie zu Verzögerungen oder Mehrkosten führen.

Vor der Inbetriebnahme ist eine Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle nach Betriebssicherheitsverordnung erforderlich. Diese Prüfung bestätigt, dass die Anlage sicher betrieben werden kann und den geltenden Normen entspricht. Parallel wird die vollständige Dokumentation zusammengestellt, die der Betreiber für die späteren wiederkehrenden Prüfungen benötigt.

Bei der Abnahme werden festgestellte Mängel protokolliert und deren Beseitigung nachverfolgt. Erst wenn die Anlage mängelfrei übergeben und die Dokumentation vollständig ist, ist die Planungsleistung abgeschlossen. Damit hat der Bauherr die Gewissheit, eine Anlage zu erhalten, die genau der beauftragten Leistung entspricht und über Jahrzehnte zuverlässig ihren Dienst tut.

Aufzugsplanung auf einen Blick

Maßgebliche Normen
DIN EN 81-20 und 81-50 für Bau und Prüfung, DIN EN 81-70 für Barrierefreiheit
Rechtlicher Rahmen
Landesbauordnung auf Basis der MBO sowie Betriebssicherheitsverordnung
Kostenorientierung
Stark abhängig von Anlagentyp, Förderhöhe und Ausstattung, je nach Projekt sehr unterschiedlich
2009
am Markt – seit 2009
120+
Jahre gebündelte Berufserfahrung
100%
herstellerunabhängig, deutschlandweit

Häufige Fragen zur Aufzugsplanung

So früh wie möglich, idealerweise parallel zur Entwurfsplanung des Gebäudes. Dann lassen sich Schacht, Grube und Kopfhöhe optimal abstimmen, statt später teuer nachzubessern.

Ein herstellerunabhängiger Planer vertritt ausschließlich Ihre Interessen. Er sorgt für vergleichbare Angebote, neutrale Bewertung und verhindert, dass Sie an ein einzelnes System gebunden werden.

Das hängt stark von Projektgröße und Entscheidungswegen ab. Die reine Planung bis zur Vergabe dauert oft einige Wochen bis Monate, die Ausführung kommt je nach Anlage hinzu.

Hier wird zunächst der Zustand der vorhandenen Anlage und des Schachts erfasst. Auf dieser Basis entstehen Sanierungsvarianten, die vorhandene Maße und Bautoleranzen bestmöglich nutzen.

Passende Leistung

Aufzugsplanung

Mehr zu unserem Vorgehen und den einzelnen Leistungen finden Sie auf unserer Seite zur Aufzugsplanung.

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